bochum macht spaß
„OH HANS, DAT IS DER MUMMENSCHANZ“ | DER KARNEVAL STARTET DURCH
Der Mummenschanz kehrt zurück. Die Rotunde im Bermudadreieck ist am Samstag, 14. Februar, wieder Schauplatz der größten und buntesten Karnevalsparty der Stadt. „Bochum macht Spaß“ verlost Freikarten.
Hinter dem Mummenschanz liegt eine wechselvolle Geschichte. Vor über 30 Jahren hatte Michael Retter das Format im Kunstmuseum gestartet. Eine Karnevalsparty abseits von Polonaise und Pappnase, ohne Humtata und Narrhallamarsch; dafür mit Rock, Pop und Soul, dargeboten von starken Live- Bands, zelebriert von einem kreativ kostümierten Publikum: Damit landete der damalige Chef einer Bochumer Werbeagentur einen Volltreffer.
Ab 2016 geriet der Mummenschanz in schweres Fahrwasser. Das Museum fiel wegen des Umbaus als Spielstätte aus. Die Stadtpark-Gastronomie blieb als Ausweichquartier 2017 eine einmalige Episode. Schluss mit lustig? Nein! Die Rotunde sprang 2018 kurz vor Toresschluss ein. Der Mummenschanz war gerettet.
Drei Partys stiegen bis 2020 im Bermudadreieck. Dann kam Corona. „Für uns war immer klar: Wenn wir wieder dürfen, wird es den Mummenschanz bei uns weiterhin geben“, sagt Rotunde-Chef Sven Nowoczyn. 2022 wurde der Neustart möglich. Seither sind die rund 500 Karten meist schon im Vorverkauf vergriffen. Sven Nowoczyn wundert’s nicht: „Mummenschanz ist die Alternative für alle, die dem klassischen Helau entfliehen möchten – ohne auf eine unvergessliche Nacht zu verzichten.“
Auch am Karnevalssamstag 2026 wird am bewährten Konzept festgehalten. Die Jim Rockford Band heizt mit Hits und Oldies ein. Danach übernehmen ausgewählte Top-DJs und bringen die Rotunde zum Beben. Der zweite Floor bietet einen alternativen Tanzbereich. Für Erinnerungen, die bleiben, sorgen eine professionelle Fotobox sowie ein Fotograf, der die besonderen Momente einfängt – von kunstvollen Kostümen bis zu ausgelassenen Tanzszenen.
Wichtig: Beim Mummenschanz herrscht keine Verkleidungspflicht. Gleichwohl versteht sich die Party als Einladung, sich für einige Stunden neu zu erfinden, Grenzen fallen zu lassen und Karneval in seiner kreativsten, freiesten Form zu erleben. Beginn Am Kulturgleis ist um 20 Uhr. Karten zum Preis von 23 Euro (Studenten und Rentner ermäßigt 19 Euro) sind auf mummenschanz.net, bei Bochum Marketing und an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.
Bochum wird wieder von einem Prinzenpaar regiert Auch der klassische Karneval in Bochum hält an einer Tradition fest: Bochum wird wieder von einem Prinzenpaar regiert. Nach ihrer zweijährigen Regentschaft wurden Jean-Pascal Lohof (in stolzer Nachfolge seines 2023 verstorbenen Vaters Bernd) und Julia Klimczok zum Sessionsstart im November 2025 im Haus Linden verabschiedet. Das närrische Zepter schwingen seither zwei weithin bekannte Protagonisten aus den Reihen der Zwerge von Christ König: Heinz Voss (er war bereits Teil des Bochumer Dreigestirns) als Heinz I. und die SPD-Landtagsabgeordnete Andrea Busche als Andrea I. Ist das Amt als Stadtprinzessin mit einem Landtagsmandat vereinbar? Diese Frage wird Andrea Busche derzeit häufig gestellt. Immerhin bringt die Session zahlreiche Termine mit sich; vor allem an den Wochenenden und bei Veranstaltungen auch weit über Bochum hinaus. Die Antwort der ehemaligen Bezirksbürgermeisterin fällt eindeutig aus: „Ja, es ist machbar, mit guter Organisation, Rückhalt und einem straffen Terminkalender.“ Die politische Arbeit in Düsseldorf und Bochum gehe weiter: „Karneval ist Ehrenamt, Politik ist Auftrag.“
Mit Heinz Voss, Bochumer Karnevals-Urgestein und Geschäftsführer des Architekturbüros Kemper Steiner & Partner, haben Andrea Busche und die Adjutanten die Gaststätte Taubenschlag in der Bochumer Innenstadt zur „Prinzenzentrale“ deklariert. Von hier aus wird das Sessionsmotto „Zusammen ist’s schöner als allein!“ mit Leben gefüllt. Dabei wollen Heinz I. und Andrea I. für mehr als Unterhaltung sorgen: Ihr Karneval soll „Haltung zeigen, Menschen verbinden und beweisen, dass Engagement auf verschiedenen Ebenen möglich ist, wenn man es ernst meint und trotzdem Spaß daran hat.“
Noch bis Aschermittwoch absolviert das Prinzenpaar auch zahlreiche Besuche in Seniorenheimen und Einrichtungen für Menschen mit Beeinträchtigungen, betont die Präsidentin des Festausschusses Bochumer Karneval, Petra Lohof, die in diesem Jahr auf eine 40-jährige karnevalistische Bühnenzeit zurückblickt und schwärmt: „Ich bin dankbar und glücklich für jede Gelegenheit, Teil dieses schönen Brauchtums zu sein.“ Zu den Höhepunkten der Session zählen der Seniorenkarneval am 21. Januar (15 Uhr) im RuhrCongress, das närrische Biwak am 14. Februar ab 11.11 Uhr auf dem Dr.-Ruer-Platz und der traditionelle Rathaussturm am Morgen des Rosenmontags (16. Februar). Mittags geht’s nach Linden, wo bei Bochums größtem Karnevalsumzug wieder Zehntausende Besucher erwartet werden. Der Lindwurm auf der Hattinger Straße startet um 14.11 Uhr. Bochum, Man Tau!